Kurzanalyse
Homeoffice etabliert - aber Gleichstellungspotenziale bleiben ungenutzt
29.04.2026
Die Wirtschaftskrise führt nicht dazu, dass Arbeitgeber:innen ihren Mitarbeitenden seltener Homeoffice anbieten. Der Anteil an Stellenanzeigen mit Homeoffice-Angebot liegt bei 20 Prozent – und damit auf dem Niveau des Vorjahres (20,6 Prozent). Insbesondere Beschäftigte aus IT-Berufen profitieren vom Angebot. Weit verbreitet ist das Homeoffice zudem in männerdominierten Berufen. Homeoffice-Hauptstadt 2025 ist Stuttgart.
Wer geglaubt hat, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten alle wieder ins Büro zurückkehren müssen, hat sich getäuscht. Heute gibt es bei jedem fünften Jobangebot die Option, remote zu arbeiten. Vor der Corona-Krise boten nur 3,7 Prozent der Online-Stellenangebote die Möglichkeit zum Homeoffice. Bis 2022 stieg das Angebot kräftig auf 16,8 Prozent. Seit 2024 erreicht die Quote rund 20 Prozent – und hält seither dieses Niveau.
Homeoffice bleibt dabei eine Domäne der höher qualifizierten Arbeitnehmer:innen. In gut einem Drittel (35 Prozent) der Stellenanzeigen für Expert:innen (Masterabschluss oder höher) wird ein Homeoffice-Angebot explizit genannt, etwas geringer ist mit 30 Prozent der Anteil bei den Anzeigen für Spezalist:innen (Meister:innen, Techniker:innen, Bachelor). Nur vier Prozent der Arbeitnehmer:innen auf Helfer:innen-Niveau bekommen ein Homeoffice-Angebot. Je höher die Qualifikation, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, passende Stellenangebote mit Homeoffice-Angebot zu finden.
Homeoffice-Angebote gibt es vor allem in männerdominierten Berufen
| Stellenanzeigen für… | alle Niveaus | Helfer:innen | Fachkräfte | Spezialist:innen | Expert:innen |
|---|---|---|---|---|---|
| Frauendominierte Berufe | 13,2% | 3,3% | 10,7% | 21,0% | 22,4% |
| Männerdominierte Berufe | 21,8% | 2,1% | 7,8% | 33,6% | 45,7% |
| Mischberuf | 23,4% | 5,9% | 17,3% | 32,9% | 28,8% |
Aber weder der Gender Care Gap noch der Gender Pay Gap verschwinden deshalb automatisch. Wer Homeoffice mit ständiger Verfügbarkeit oder der Verpflichtung zu Überstunden verwechselt, lässt das gleichstellungspolitische Potenzial dieser Arbeitsform ungenutzt. Und es braucht auch Vereinbarkeitsangebote in Berufen mit engem Kontakt zu Menschen – etwa in Erziehung, Pflege und Gesundheit - also in Berufen, die noch immer häufiger von Frauen ausgeübt werden. "
Homeoffice-Angebot 2025 nach Kreistyp:
- - dünn besiedelte ländliche Kreise: 11,7 Prozent
- - ländliche Kreisen mit Verdichtungsansätzen: 12,6 Prozent
- - städtische Kreise: 15,8 Prozent
- - kreisfreie Großstädte: 28,8 Prozent
Zusatzinformationen: Der Jobmonitor analysiert Online-Stellenanzeigen und stellt die Ergebnisse monatsaktuell und auf Ebene von Kreisen und kreisfreien Städten dar. Für die Homeoffice Analyse haben wir rund 79 Millionen Online-Stellenanzeigen der Jahre 2019 bis 2025 analysiert. Berufe gelten in der Analyse als frauen- beziehungsweise männerdominiert, wenn ein Geschlechteranteil von mehr als 70 Prozent der Beschäftigten vorliegt.
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